Nun zum aktuellen Forschungsstand: folgende vier Menschen haben sich in der jüngeren Vergangenheit mit dem Thema Berg Cudi auseinandergesetzt oder forschen immer noch daran:
David Rohl, Archäologe aus England, hat in seinem 1998 erschienen Buch »Legend – The Genesis of Civilisation« eine ausführliche Ausarbeitung veröffentlicht, warum er den Berg Cudi für den Landeplatz der Arche hält. Er versucht auch, viele weiteren Ereignisse aus dem Buch Genesis archäologischen Befunden zuzuordnen.
Charles Willis plant laut seiner Internetseite www.ancientworldfoundation.org eine Forschungsreise zum Berg Cudi. Das Vorhaben ist aber wahrscheinlich der angespannten politischen Situation zum Opfer gefallen. Auf seiner Seite hat er einige interessante Argumente für den Berg Cudi gesammelt und zitiert Stellen aus dem »Buch der Jubiläen«, die ihn darauf schließen lassen, eventuell schriftliche Zeugnisse von Noah und seinen Nachkommen finden zu können! Er war schon einmal am Berg Cudi, nachdem er zuvor etliche Male am Ararat nach der Arche geforscht hatte. Auf den Cudi-Gipfel konnte er jedoch nicht gelangen.
Bill Crouse hat die stichhaltigsten Argumente für den Berg Cudi als Landeplatz der Arche systematisch zusammengestellt und unter anderem in einer Ausgabe von »Bible and Spade« veröffentlicht, die auf seiner Internetseite www.rapidresponsereport.com heruntergeladen werden kann. Zu ihm stehe ich in engem E-Mail-Kontakt und wir tauschen regelmäßig gegenseitig unsere Erkenntnisse aus – eine deutsch-amerikanische Forschungsgemeinschaft.
Nun, ich selbst – Timo Roller – bin der vierte aktive Cudi-Forscher. Natürlich kommen mir die Vorarbeiten von Rohl, Willis und vor allem Crouse zugute, doch darüber hinaus bieten sich durch die Möglichkeiten des Internet in den letzten zwei bis drei Jahren ganz neue Dimensionen der Forschung – vor allem durch Google Earth und Google Books, aber auch durch die Suchmaschine von Google, durch Wikipedia, flickr, facebook und Panoramio. Auch die Entdeckungen bei HPG wären ohne Internet natürlich nicht möglich gewesen.
In meinem Buch »Bible Earth« bin ich nur kurz auf den Berg Cudi eingegangen, habe ihn dann aber mit Google Earth sehr ausgiebig untersucht. Anhand der auf dem Gipfel aufgenommenen Fotos von Bell, Bender, Thoma und der HPG konnte ich durch den Vergleich mit Bildmaterial von Google Earth sowie dem Panoramabild von 1909 den mutmaßlichen Landeplatz der Arche sehr genau lokalisieren. Da der Cudi ein größeres Gebirgsmassiv darstellt und von der Ferne ein eindeutiger Gipfel nicht erkennbar ist, war dies nicht ganz einfach, denn selbst Bill Crouse, der 2008 ins Gebiet am Fuße des Cudi gereist ist, hat von den Einheimischen vor Ort Koordinaten erhalten, die sich als falsch herausgestellt haben.
Das folgende Bild fasst aber meine Mutmaßungen zusammen: Zu sehen sind die Reste der Ruine von Gertrude Bell, das Gebäude, das auf den Fotos der HPG und bei Bender zu sehen ist, sowie die Umrisse des ehemaligen Klosters und die Stellen, wo Bender wahrscheinlich gegraben hat. Darüber hinaus habe ich mit einem roten Rahmen die von mir vermutete Lage der Arche Noah eingezeichnet. Die Länge von knapp 180 Metern passt mit den Angaben der Bibel ungefähr zusammen. Man muss aber natürlich sagen, dass sie inzwischen – zumindest an der Oberfläche – restlos verschwunden ist.

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Um Ergebnisse zu erlangen, die über meine Rekonstruktion aus dem vorhandenen Bild- und Textmaterial hinausgehen, müsste man eine Forschungsreise zum Berg Cudi unternehmen und eine Grabung auf dem Gipfel vornehmen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass dies in den nächsten fünf bis zehn Jahren möglich sein wird, ohne sich in allergrößte Gefahr zu begeben.
Diese Meldung vom 16. Oktober 2009 soll beispielhaft zeigen, wie gefährlich die Lage vor Ort momentan ist: »Türkische Einsätze auf Bergen Cudi und Gabar weiten sich aus – Sirnak, 16. Oktober (AKnews) – Die Operationen der türkischen Sicherheitskräfte (TSK) gegen die Stellungen der PKK- nahen Volksverteidigungskräfte auf den Bergen Cudi und Gabar vom Boden und aus der Luft dauern ununterbrochen an. Nach örtlichen Angaben dauern die Operationen der Streitkräfte im Bezirk Kilis an. Mehrere Truppen wurden an den Ort verlegt. Am Morgen bombardierten Kampfhubschrauber vom Typ Cobra und Super Cobra das Gebiet. Auch der Berg Cudi wurde aus der Luft mit Hubschraubern des Sirnak-Brigadekommandos bombardiert. Mehrere so genannte Dorfschützer, kurdische paramilitärische Einheiten der Armee, haben an den Operationen teilgenommen. Der Zutritt für die Dorfbewohner im Bezirk Çiya Dera und auf dem Berg Cudi wurde von der Armee blockiert.« (www.aknews.com/de/aknews/3/79319/)