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Hans Thoma – mit dem VW-Bus zum Ararat

Eine weitere wichtige Reise während meiner Recherchen unternahm ich am 7. September 2009 nach Landshut. Dort traf ich den 84-jährigen Hans Thoma, seinen Sohn Christoph und ihren Gefährten Otmar Reiter. Sie waren im Sommer 1983 auf dem Gipfel des Berges Cudi und eher zufällig stieß ich Ende 2008 auf einen Bericht im Online-Archiv der Zeitung »Die Zeit«, in dem Christoph Thoma über den Aufstieg zum Ankerplatz der Arche schrieb.

Zwar war das eigentliche Ziel der drei ambitionierten Alpinisten der über 5000 Meter hohe Berg Ararat, doch der Abstecher zum Berg Cudi scheint einen starken Eindruck bei der Truppe hinterlassen zu haben. Den Berg bestiegen sie unter türkischem Begleitschutz und unter widrigen Umständen: Die Wasservorräte gingen durch eine Unachtsamkeit der Führer zur Neige und der Durst verhinderte wohl genauere Untersuchungen des Geländes auf dem Berggipfel. Trotzdem ist die Aussicht vom Cudi und auch der Landeplatz und weitere Ruinen recht eindrucksvoll auf Fotos festgehalten. In der Gesprächsrunde in Landshut konnten die drei auch ungefähr die Route auf den Gipfel in Google Earth nachvollziehen.

Höhepunkt des Treffens ins Landshut waren zwei kleine Gesteinsbrocken vom Berg Cudi, die Hans Thoma in einer alten Filmschachtel aufbewahrt hatte. Ich konnte sie ausführlich fotografieren und filmen – und später sogar näher untersuchen. Auf den ersten Blick scheinen sie recht unscheinbar und eine erste oberflächliche Begutachtung durch mehrere Geologen ergab tatsächlich, dass es sich wahrscheinlich nur um angekohlte Kalksteinstücke handelt.

Leider lässt sich die Lage des Fundorts nicht eindeutig beweisen. Christoph Thoma schreibt:

Der Hodscha schenkt uns zum Abschied ein paar haselnußgroße Brocken mürber, schwärzlicher Substanz. Er hat sie aus dem Untergrund des Landeplatzes gegraben, sagt er. Niemand von uns hat ihn dabei gesehen. Aber – und das ist eigenartig – auch die Menschen hier im Dorf Besiri tragen solche Klümpchen als Amulette um den Hals. Der Hodscha erklärt unmißverständlich: ›Reste von der Arche Noah.‹

Sind da endlich unsere Reliquien? Hans erinnert sich sofort an einen Artikel in der ›Umschau aus Wissenschaft und Technik‹ aus dem Jahre 1972. Da standen die rätselhaften Sätze zu lesen: Holzreste von einem Wallfahrtsplatz am Berg Dschudi, gefunden 1953 durch Dr. Friedrich Bender, nach der C-14-Methode datiert. Nach Entfernung von Bitumen-Verklebungen ergab sich für das Holz ein Alter von 6500 Jahren. ›Und genau zu der Zeit‹, sagt Otmar, ›waren erhebliche Teile Mesopotamiens nachweislich überflutet.‹

Haben wir also wirklich Reste der Arche Noah gefunden, beziehungsweise von unserem Hodscha geschenkt bekommen? ›Halten wir‘ s mit Goethe‹, meint Andi, ›der den Menschen geraten hat, das Unerforschliche ruhig zu verehren.‹ Und Peter läßt sich mit den Worten in den Autositz fallen: ›Der Rest ist halt Glauben, oder?‹« (Christoph Thoma: »Gute Tage unter dem Halbmond«

Wir sind stolz auf dieses Souvenir. Das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung [die Untersuchung nahm Friedrich Bender vor! a.d.A.] untersucht unsere ›Reliquien‹ nach der C14-Methode. Ergebnis: 19 850 Jahre alter Humusstoff.« (Christoph Thoma: »Aufstieg zum Ankerplatz der Arche«)

Ein weiterer großer Verdienst der Thoma-Truppe sind die Abdrücke einiger Flachreliefs, die sie mittels Silikon vorgenommen haben. Diese Jahrtausende alten Denkmäler sind stark vom Verfall bedroht, die Inschriften aber glücklicherweise schon seit 100 Jahren übersetzt. Auf ihre herausragenden Bedeutung komme ich später noch zurück.


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