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Gertrude Bell – der weibliche Lawrence von Arabien

Gertrude Bell war am Landeplatz der Arche Noah

Die Verdienste von Gertrude Bell um die Erforschung des Cudi sind nicht hoch genug zu bewerten: Die britische Forschungsreisende, die als »der weibliche Lawrence von Arabien« und als die »ungekrönte Königin des Irak« bezeichnet wurde, hat der Welt spektakuläre Bilder und lebendige Schilderungen hinterlassen, die auch 100 Jahre nach ihrem Aufenthalt am 13. Mai 1909 noch mit das Hochwertigste sind, was über den Cudi Dagh zu finden ist. Sie schreibt unter anderem:

»Um 4 Uhr morgens ging es los […] Auf zum Cudi Dagh! Wir wanderten ungefähr zweieinhalb Stunden aufwärts durch Eichenwälder entlang der oberen Berghänge, unterhalb steiler Klippen. Dann kletterte ich aufwärts und alpines Hochland mit Schneekränzen breitete sich vor mir aus, darüber ein hoher felsiger Gipfel. […] Am Fuß der Felsklippen ließen wir den Esel mit Mejid zurück und kletterten eine halbe Stunde lang zur Sefinah hinauf, die wir um 8:35 Uhr erreichten. Scharlachrote Tulpen, immer noch in voller Blüte, umgaben sie.«

»Eine stattliche Ruine: grobe Kammern, überdacht mit Ästen und dünnen Baumstämmen, dazu ein Wasserbehälter weiter unterhalb bei einem Schneekranz. Eines der Gebäude besteht aus sehr großen Steinblöcken und scheint sehr alt zu sein. Ein wenig unterhalb – südlich – sind weitere Ruinen auf einem Plateau: möglicherweise die Grundmauern des alten Klosters. Das Gebäude hier besteht aus einem offen ummauerten runden Platz mit einigen Kammern ohne Dach zum Westen hin. Ich denke, es ist moslemischen Ursprungs.«

Das Foto einer Ruine auf dem Gipfel ist einmalig, auch ihre drei Begleiter hat sie in guter Qualität abgebildet. Und dass sie ein 180-Grad-Panoramabild aufgenommen hat, ist geradezu sensationell – auch wenn es etwas mühsam war, es aus dem Internet hervorzuholen, waren doch in der Datenbank des Gertude-Bell-Archivs – eine Fundgrube – die Dateinamen falsch bezeichnet.

1909 fotografierte Gertrude Bell diese »stattliche Ruine auf dem Gipfel des Cudi.
1909 fotografierte Gertrude Bell diese »stattliche Ruine auf dem Gipfel des Cudi.

Auch die rund um den Berg Cudi befindlichen und von L.W. King entzifferten Flachreliefs der Assyrer hat sie auf Zelluloid festgehalten. Wenn man eine Biografie dieser Frau liest, ist es schier unfassbar, was Gertrude Bell als weibliches Wesen im von Männer dominierten Orient geleistet hat.


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